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BAG kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen | Alltäglicher Sexismus

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Die BAG kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen begrüßt die Diskussion, die zur Zeit zum Thema "Sexuelle Belästigung" öffentlich geführt wird. Der gelungenen Twitter-Aktion von Anne Wizorek unter dem Titel "aufschrei" ist es zu verdanken, dass deutlich wird, in welch vielfältiger und alltäglicher Weise Frauen in der Öffentlichkeit, in der Schule und am Arbeitsplatz sexueller Belästigung ausgesetzt sind. Die BAG nimmt diese Diskussion zum Anlass um über folgendes zu informieren:

1. Sexuelle Belästigung hat nichts mit Sex, sondern mit Macht zu tun. Sie dient dazu ein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern deutlich zu machen bzw. dieses Ungleichgewicht darüber herzustellen.
2. Sexuelle Belästigung kann individuell unterschiedlich empfunden werden.

Sexismus, sexualisierte Gewalt und Übergriffe waren und sind Alltag in Deutschland. Es geht bei der herrschenden Debatte nicht um die Frage, ob und wie sich Frauen wehren (können), sondern darum, das Ausmaß der Übergriffe wahr- und ernst zu nehmen. Es ist zu konstatieren: in einer gleichberechtigten Gesellschaft geht es nicht darum, wie schlagkräftig eine ist und wie gut sie ihr Rüstzeug entwickelt hat. In einer gleichberechtigten Gesellschaft geht es darum, einen respektvollen Umgang zwischen den Geschlechtern zu entwickeln. Dabei hilft diese Debatte, die anscheinend überfällig ist.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Ein klares Vorgehen gegen Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist gesetzlich geboten. Verantwortlich ist dabei der Arbeitgeber. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz AGG (§ 3, Abs. 4) schreibt vor: "Eine sexuelle Belästigung ist eine Benachteiligung (¨) wenn ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, (¨) Bemerkungen sexuellen Inhalts bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird." Der Arbeitgeber muss geeignete Maßnahmen zum Schutz vor sexueller Belästigung ergreifen (§ 12 AGG). Unter bestimmten Voraussetzungen ist er darüber hinaus zum Schadensersatz verpflichtet.

Viele Kommunen und Unternehmen haben mittlerweile Verfahren bei Bekanntwerden einer sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz entwickelt.

Roswitha Bocklage & Petra Borrmann
für die Bundessprecherinnen
www.frauenbeauftragte.de